Konfrontation mit der Realität

Ihr kennt das vielleicht wenn etwas unvorhergesehenes schlimmes passiert ist. Man versucht nicht auszuflippen und redet es sich schön. Überlegt sich etwas, das erst mal ganz gut klingt und hofft dann: „Ja wird schon irgendwie klappen.“ Genau so war es bei uns heute vor genau einer Woche. 

Die Bauwagen rauchten noch, da haben wir uns überlegt wie wir das ganz schnell alles überbrücken können. Wir waren froh darüber, dass wir durch die zweite Gruppe noch Bauwagen hatten. So haben wir auch gehandelt und einen nicht mal halb so großen Bauwagen der Waldmeistergruppe umgestaltet, damit dieser als Notbehelf für die Brommberkinder genutzt werden kann. Bisher wurde er für Gruppenarbeiten für maximal 5-6 Kinder genutzt. Jetzt soll er 19 Kinder plus 2 Erzieher aufnehmen.

Die Stimme in uns die einen mit „Das wird schon“ beschwichtigt, wurde im Laufe dieser Woche immer leiser. Neben den zahlreichen Bürgern die uns Zuversicht geben, ist noch das Wetter auf unserer Seite. Es wird zwar kälter, aber es regnet wenigstens nicht.

Die Kinder haben ihr Regendach mit den Kindergartenhaken durch die Brandstiftung verloren. Sie können ihre Jacken und Rucksäcke nicht aufhängen. 19 vollbepackte Rucksäcke und mindestens zwei Schichten an Jacken, Westen, Mützen, Schals etc. passten vorher schon nicht in den großen Bauwagen und passen natürlich erst recht nicht in den kleinen. 

So wird es notdürftig unter ein kleines Vordach gestapelt oder so lange es nicht regnet vor dem Bauwagen platziert. Das macht es aber schwer für die Kinder ihre Sachen selbstständig zu finden und anzuziehen. Die Erzieherinnen müssen hier wieder kräftig unterstützen. Das ist anstrengend und auch für die Kinder nervig.

Immer wenn es geht, bleibt man deshalb direkt im Wald. Denn auch im Bauwagen ist es sehr eng und die Luft wird bei so vielen Anwesenden natürlich schnell schlecht. Beständiges durchlüften ist angesagt.

Das darf wahrlich kein längerer Zustand bleiben.

Lichtblicke:

Die Situation spornt uns an. Ein Team hat schon einige angebotene Bauwagen in der Umgebung angeschaut. So hatte die Ortsvorsteherin von Wormersdorf, Frau Zavelsberg-Pütz sofort angeboten einen Bauwagen zu spenden der aktuell noch auf einem Zeltplatz steht. Nach einer Besichtigung war aber leider klar, dass dieser für uns als Kindergarten leider nicht geeignet ist.

Doch wir haben zumindest aktuell zwei Bauwagen in Aussicht die vielversprechend sind, zumindest als Ersatz für den auch verbrannten Materialbauwagen. Als Gruppenbauwagen sind diese immer noch zu klein. Hier brauchen wir einen der 10 Meter länge und 3 Meter in der Breite hat.

Nächste Woche werden diese Bauwagen noch mal von Fachexperten angeschaut, denn beide müssen aufwendig renoviert und ausgebaut werden. Auch der Transport zu uns, spielt eine Rolle.

In unserer Notlage, wollen wir keinen Schnellschuss tätigen, welchen wir später vielleicht wieder bereuen. Wie versprochen, wollen wir jeden Cent der gespendet wird auch ehrenvoll und sinnig einsetzen. Was anderes bliebe uns aber mit den aktuell stark begrenzten Mitteln sowieso nicht übrig.

Danke für die Zusprüche und die Hinweise auf die vielen Bauwagen. Vielleicht können wir hier tatsächlich ein Kapitel bald anfangen zu schreiben.



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