4 Wochen danach..

stand tatsächlich schon der erste Bauwagen. Ein unfassbares Glück und dennoch auch viel Anstrengung.

Die Fläche wurde professionell bereinigt und hergerichtet und so konnte ein kurzfristig angeschaffter gebrauchter Bauwagen direkt aufgestellt werden.

Wir haben das ganze so gut es ging begleitet und hier sind zwei kleine Videoclips über die Abriss-/ Aufräumaktion und der Anlieferung des zukünftigen Materialbauwagen.

Der zweite Bauwagen ist auch schon bestellt, danke an alle die für uns die Augen offen gehalten haben. Weitere Angebote sind dahingehend nicht mehr notwendig.

Der angelieferte Bauwagen muss von uns innen noch ausgestattet werden vor allem was Heizung angeht. Wir hoffen das wir dies Anfang Januar alles über die Bühne bekommen. Wir können nun entspannter die Weihnachtsfeiertage genießen und hoffnungsvoll ins Jahr 2019 gehen.

Euch allen auch frohe Festtage und glückliches Jahr 2019.

Wie geht’s aktuell weiter?

Hallo, eigentlich wollte ich den Blog regelmäßiger füllen, aber irgendwann muss man auch wieder etwas auf „Alltag“ umstellen und der Familie als auch die normale Arbeit bewerkstelligen. Die Woche war aber natürlich auch bei uns im Kindergarten sehr aufregend. Nach der Brandstiftung an den Bauwagen, waren die Anwesenden Vor-Ort recht gefasst. Wir funktionierten einfach. Nach der Spendenzusage der FALK-Stiftung, waren wir bei weitem nicht so gefasst und doch etwas zerfahren. Wir waren bis zu diesem Moment alle sehr angespannt und hatten uns darauf eingestellt, dass wir Wochen, evtl. Monatelang in Ungewissheit sein werden, wie wir das überstehen. Wir sahen all unsere Ersparnisse entgleiten und geplante Investitionen, die eigentlich auch dringend nötig sind, auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

Doch wir hatten nicht damit gerechnet, dass die Rheinbacher Bürger und sein Gewerbe uns derart auffangen würden und alles darauf setzten, dass uns geholfen wird. Liebesgeschichten verkaufen sich immer besser als Katastrophengeschichten. Den Film Titanic hätte niemand geschaut, wenn nicht auch die Liebesgeschichte enthalten wäre. Der Waldkindergarten Rheinbach bekam nur deshalb soviel Aufmerksamkeit, weil die Bürger der Stadt Rheinbach ihre Liebe zu ihm ausdrückten. Nur so konnte sich unsere Geschichte bis nach Nürnberg ausbreiten.

Wir sind, das kann man doch so schreiben, glimpflich davon gekommen. Dieses Glück und diesen Rückhalt haben nicht viele, die unverschuldet in eine Notsituation geraten. Deswegen war es uns ein Ansinnen, schnellstmöglich angelaufene Aktionen von oder für uns einzuschränken. Dank der bereits eingegangenen Spenden und der zusätzlichen Spendenzusage der FALK-Stiftung können wir das Brombeergelände mit Bauwagen, Regendach, Garderobe und Spielfläche wiederherstellen. Auch die Entsorgung ist abgedeckt. Alles weitere bekommen wir denken wir gut überbrückt. Es ist deutlich angenehmer als die Situation noch von vor zwei Wochen. Geld ist dabei nicht alles, es wird noch viel Manpower brauchen, aber das können wir nun konsequent angehen und uns auch wieder den „Alltagssorgen“ im Kindergarten widmen.

Wir als Elterninitiative waren schon vor der Brandstiftung immer auf die Hilfe fleißiger Eltern, Angehöriger oder Geschäfte angewiesen.Und werden es bei den jährlichen Investitionen in die Zukunft unserer Kinder auch weiterhin sein. Die Frage, die uns nun häufiger gestellt wird ist:„Braucht ihr unsere Spenden überhaupt noch?“ Nun, sofern ihr uns zum Zwecke des Wiederaufbaus bezüglich der Brandstiftung spenden wolltet. Dann ist die ehrliche Antwort : Nein. Gebt euer Geld dann lieber jemanden der es genau so dringend braucht. Alles was bisher eingegangen ist für diesen Zweck wird auch gebraucht werden. Alles was noch zusätzlich kommt wäre für diesen Zweck „Luxus“. Wir dürfen aber von Gesetzes wegen, das Geld nicht anderweitig verwenden, es zum Beispiel für die Waldmeistergruppe ausgeben oder selbstständig weiterspenden. Wir sind dann hier lieber etwas „unterfinanziert“ und tragen den Rest selbst, als„überfinanziert“. Ziel ist es nach wie vor, nicht besser oder schlechter dazustehen als vor dem Brand. Dieses Ziel können wir nun realistisch erreichen.

Wenn ihr dem Waldkindergarten Rheinbach unabhängig derBrandstiftung etwas Gutes tun wollt. Dann lautet die Antwort: Ja. Es gibt vieleBereiche in unserem Kindergarten die erneuert werden müssten. Wir sind einer, vielleicht der älteste Waldkindergarten in Nordrhein-Westfalen. Dementsprechend sind auch die anderen verbliebenen Bauwagen und Ausrüstungen schon stark beansprucht. Dies wäre unser reguläres Projekt gewesen, wenn die Brandstiftung hier nicht all unsere Kraft gebunden hätte. Wer uns allgemein etwas Spenden möchte, darf dies natürlich weiterhin tun und hier gilt es wie immer auch, dass wir jeden Cent ehren werden und er im Sinne der Kinder gut angelegt wird.

Wir sind euch allen unheimlich dankbar, dass ihr in dieser Stunde der Not mit uns zusammengerückt seid. Wir haben das Glück, dass wir nun jetzt schon aktiv werden können was den Wiederaufbau angeht. Wir haben das Glück, das wir viele neue Freunde gefunden haben, helfende Hände, Spezialisten in vielen Bereichen, Mutmacher, Zuhörer, Ratgeber, Türöffner. Wir haben Rheinbach auf neue Art und Weise kennengelernt. Und das ging nicht nur uns so, sondern viele Helfer haben sich mit anderen Helfern vernetzt. Dies muss jeder Organisation, jeder Familie Mut machen, dass man in Rheinbach nicht im Stich gelassen wird.

Wir freuen uns schon, mit euch allen ein rauschendes Einweihungsfest zu feiern. Wir hoffen, dass ihr zahlreich erscheinen werdet.

Verfolgt weiter diesen BLOG, denn wir werden weiter von den Fortschritten, aber auch Rückschlägen beim Wiederaufbau hier berichten.

„Das ersehnte Weihnachtswunder ist eingetreten“

Unendliche Dankbarkeit empfinden Eltern, Erzieher und Kinder der Elterninitiative Waldkindergarten e.V. für die Großspende der Falk-Stiftung für Gesundheit und Bildung nach dem verheerenden Brand der beiden Gruppenbauwagen am 16. November. 

Rheinbach. Die Adventszeit nähert sich mit großen Schritten, doch schien diese für die Elterninitiative Waldkindergarten e.V. in diesem Jahr eine traurige Zeit zu werden. Nachdem ein unbekannter Brandstifter am 16. November die beiden Gruppenbauwagen der Brombeerwichtel anzündete, brach für die 20 Kinder der Gruppe eine schwere Zeit an. Der Unterschlupf für Sturm, Dauerregen und eisige Kälte stand den 3-7-jährigen Kindern nicht mehr zur Verfügung. Eine Neuanschaffung konnte der Verein aus eigener Kraft nicht stemmen. Ein Hoffnungsschimmer in dieser schweren Zeit war die Hilfsbereitschaft der Rheinbacher Bürgerinnen und Bürger und des in Rheinbach angesiedelten Gewerbes. „Wir haben unzählige Hilfsangebote aus der Bevölkerung erhalten,“ schildert David Chakrabarty, 1. Vorsitzender der Elterninitiative, die enorme Solidarität der Menschen mit dem Waldkindergarten. „Viele Menschen starteten eigenständig Spendenaktionen oder boten Ihre Hilfe bei den Aufräumarbeiten unseres Waldgeländes an. Spaziergänger, die unsere Kinder im Wald sahen, spendeten spontan oder trösteten mit netten Worten, so dass wir trotz der schweren Situation hoffnungsvoll einen Neuanfang für unser Brombeeren planen konnten.“

Um auf Ihre Situation aufmerksam zu machen, organisierte die Elterninitiative zahlreiche Interviews für Print, Radio und Fernsehen, in denen betroffene Eltern die Situation des Kindergartens erklärten und um Spenden für den Verein baten. Eines dieser Interviews erreichte die im Januar 2017 gegründete Falk-Stiftung für Gesundheit und Bildung in Nürnberg. Zweck der Stiftung ist unter anderem insbesondere die Förderung von Kindergärten. „Die schwere Situation des Waldkindergartens in Rheinbach hat uns tief berührt,“ kommentiert Stifterin Gudrun Falk die Situation. „Uns liegt gerade die Bildungsarbeit im Vorschulbereich sehr am Herzen, da wir wissen wie entscheidend dieser Lebensabschnitt für die weitere schulische Entwicklung der Kinder ist. Aus diesem Grund ist es uns ein Anliegen, der Elterninitiative Waldkindergarten e.V. für den Wiederaufbau des Kindergartens und zur Sicherstellung einer erfolgreichen Bildungsarbeit für die Brombeerwichtel, die gesamte Brandsumme in Höhe von 80.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Wir freuen uns, mit dieser Spende dem Verein eine schwere Last zu nehmen und den Kindern einen glücklichen und sorgenfreien Start in die Weihnachtszeit zu ermöglichen.“

„Wir sind unendlich erleichtert und danken der Falk-Stiftung für Gesundheit und Bildung im Namen unserer Kinder herzlich für die Spende,“ kommentiert Britta Mertens, Vorstandsmitglied und Mutter, die großzügige Unterstützung. „Das ersehnte Weihnachtswunder ist eingetreten, wir möchten aber auch den Rheinbacher Bürgerinnen und Bürgern für Ihren enorme Hilfsbereitschaft und die bisherigen Spenden danken. Wir werden auch diese Spenden gut überlegt für die Brombeerwichtel einsetzten und die Öffentlichkeit über die Verwendung informieren.“ Als Dank für die Mithilfe der Stadtbevölkerung wird der Waldkindergarten am 7. Dezember zum traditionellen Keksesingen in der Rheinbacher Innenstadt kostenlos kleine Tüten mit selbstgebackenen Keksen an Passanten verteilen und mit stimmungsvollen Weihnachtsliedern die Menschen erfreuen. „Wir hoffen mit dieser Aktion unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen zu können,“ so Mertens.

Bildunterschrift: Die Brombeerwichtel der Elterninitiative Waldkindergarten e.V. zeigen mit selbstgebastelten Buchstaben ihre Dankbarkeit

Text: Claudia Häfner

Foto: Anita Chakrabarty

Konfrontation mit der Realität

Ihr kennt das vielleicht wenn etwas unvorhergesehenes schlimmes passiert ist. Man versucht nicht auszuflippen und redet es sich schön. Überlegt sich etwas, das erst mal ganz gut klingt und hofft dann: „Ja wird schon irgendwie klappen.“ Genau so war es bei uns heute vor genau einer Woche. 

Die Bauwagen rauchten noch, da haben wir uns überlegt wie wir das ganz schnell alles überbrücken können. Wir waren froh darüber, dass wir durch die zweite Gruppe noch Bauwagen hatten. So haben wir auch gehandelt und einen nicht mal halb so großen Bauwagen der Waldmeistergruppe umgestaltet, damit dieser als Notbehelf für die Brommberkinder genutzt werden kann. Bisher wurde er für Gruppenarbeiten für maximal 5-6 Kinder genutzt. Jetzt soll er 19 Kinder plus 2 Erzieher aufnehmen.

Die Stimme in uns die einen mit „Das wird schon“ beschwichtigt, wurde im Laufe dieser Woche immer leiser. Neben den zahlreichen Bürgern die uns Zuversicht geben, ist noch das Wetter auf unserer Seite. Es wird zwar kälter, aber es regnet wenigstens nicht.

Die Kinder haben ihr Regendach mit den Kindergartenhaken durch die Brandstiftung verloren. Sie können ihre Jacken und Rucksäcke nicht aufhängen. 19 vollbepackte Rucksäcke und mindestens zwei Schichten an Jacken, Westen, Mützen, Schals etc. passten vorher schon nicht in den großen Bauwagen und passen natürlich erst recht nicht in den kleinen. 

So wird es notdürftig unter ein kleines Vordach gestapelt oder so lange es nicht regnet vor dem Bauwagen platziert. Das macht es aber schwer für die Kinder ihre Sachen selbstständig zu finden und anzuziehen. Die Erzieherinnen müssen hier wieder kräftig unterstützen. Das ist anstrengend und auch für die Kinder nervig.

Immer wenn es geht, bleibt man deshalb direkt im Wald. Denn auch im Bauwagen ist es sehr eng und die Luft wird bei so vielen Anwesenden natürlich schnell schlecht. Beständiges durchlüften ist angesagt.

Das darf wahrlich kein längerer Zustand bleiben.

Lichtblicke:

Die Situation spornt uns an. Ein Team hat schon einige angebotene Bauwagen in der Umgebung angeschaut. So hatte die Ortsvorsteherin von Wormersdorf, Frau Zavelsberg-Pütz sofort angeboten einen Bauwagen zu spenden der aktuell noch auf einem Zeltplatz steht. Nach einer Besichtigung war aber leider klar, dass dieser für uns als Kindergarten leider nicht geeignet ist.

Doch wir haben zumindest aktuell zwei Bauwagen in Aussicht die vielversprechend sind, zumindest als Ersatz für den auch verbrannten Materialbauwagen. Als Gruppenbauwagen sind diese immer noch zu klein. Hier brauchen wir einen der 10 Meter länge und 3 Meter in der Breite hat.

Nächste Woche werden diese Bauwagen noch mal von Fachexperten angeschaut, denn beide müssen aufwendig renoviert und ausgebaut werden. Auch der Transport zu uns, spielt eine Rolle.

In unserer Notlage, wollen wir keinen Schnellschuss tätigen, welchen wir später vielleicht wieder bereuen. Wie versprochen, wollen wir jeden Cent der gespendet wird auch ehrenvoll und sinnig einsetzen. Was anderes bliebe uns aber mit den aktuell stark begrenzten Mitteln sowieso nicht übrig.

Danke für die Zusprüche und die Hinweise auf die vielen Bauwagen. Vielleicht können wir hier tatsächlich ein Kapitel bald anfangen zu schreiben.



Kreative Unterstützer Teil 1

Die Anteilnahme ebt nicht ab. Immer noch bekommt der Kindergarten viel Zuspruch. Wir versuchen positive Signale zu senden, doch es fällt schwer angesichts der Arbeit und Herausforderungen die noch vor uns stehen.

Um so schöner, dass ihr da draußen euch eigenständig Gedanken macht, wie ihr uns mit verschiedensten Veranstaltungen oder Aktionen helfen könnt. Das gibt uns den Freiraum, die Gespräche zu führen, die gerade geführt werden müssen und die Arbeit anzugehen, die zu tun ist.

Heute hier zwei Beispiele die uns zu Gute kommen und gleichzeitig auch den Untersstützungswilligen es sehr unkompliziert macht.

So könnt ihr bei euren Einkäufen in Tonys World of GummyBears ganz normal eure Einkäufe tätigen und dann beim Bezahlen einfach folgende KUNDENNUMMER nennen 10167. Dann gehen automatisch 5% von eurem Einkauf auf ein Spendenkonto von uns ein. 



Und außerdem könnt ihr auch ein kleines Spendengoodie kaufen. Köstliche verschiedene Gummibärchen für 7,50 Euro.
5 Euro davon gehen als Spende zu uns. Das nenne ich mal kreativ und fröhliches spenden.
 

LOSE und Alltagsprodukte zu Gunsten des Waldkindergarten Rheinbach

Eine weitere Unterstützerin, quasi ab der ersten Minute ist die Firma PROWIN. Sie haben direkt Benefizlose aufgelegt. Der komplette Erlös aus dem Losverkauf kommt bei uns als Spende an. Somit ist kein Los eine Niete, denn die Kinder sind immer die Gewinner. Und mit ein bisschen Glück auch der Loskäufer.

Und wer das Glücksspiel nicht unterstützen möchte , aber gerne mal Gesellschaft in seinem Wohnzimmer hätte, kann eine PROWIN Party bei sich veranstalten. Verschiedene Produkte sind auch hier mit einer Spende an uns verknüpft. Auch dann gewinnen dabei alle Kinder.

Es ist unglaublich mit was für selbstlosen Ideen die Unternehmer in Rheinbach ein Zeichen für den Waldkindergarten Rheinbach setzen. Das alles hat für uns als Elterninitiative keinen Aufwand. Die Organisation, Abrechnung, und Werbung dafür, kommt direkt von euch. Für uns einfach fantastisch.

Wir haben in den letzten Tagen zu so vielen verschiedenen Menschen Danke gesagt. Ein tiefes, emotionales Danke. Wir hoffen es nutzt sich nicht ab und ihr erkennt, dass wir es auch meinen. Herzlichen Dank!

Bericht von RTL-WEST über unser Schicksal beim Waldkindergarten Rheinbach

Heute hat sich spontan die lokale Gruppe von RTL bei uns gemeldet. Frau Lux und ihr Kameramann sind mit den Kindern und fast noch wichtiger, mit uns Eltern sehr sensibel umgegangen. Und wieder zeigt sich, die Kinder bringen es einfach besser auf den Punkt. Die Aufmerksamkeit ist groß, aber der Weg zur Wiederherstellung noch weit. Danke für eure Spenden und Hilfsangebote. 

Tag 1 im Kindergarten „Notbetrieb“

Normal ist anders…

Am Tag nach dem Brandanschlag, hatten wir als Kindergarten schon beschlossen, dass es trotzdem weiter geht. Niemand hätte es uns verübelt, wenn wir gesagt hätten wir machen jetzt erst mal 2-3 Tage zu, um uns ordentlich zu sortieren. Ich persönlich hätte auch diese Entscheidung mitgetragen. 

Doch wir wussten, dass wir so nun mal nicht ticken. Das hätte nur weitere Ängste geschürt. Wäre eine weitere Bestrafung für die Kinder und uns Eltern gewesen. Wir hatten gerade zwei Bauwagen verloren, warum sollten wir auch noch unseren routinierten Tagesablauf opfern?

Dies war der Grundgedanke und es hat sich als richtig erwiesen. Doch schnell war aber auch klar, so richtig routiniert und alltäglich wird der erste Tag dann doch nicht. Wir wussten auch schon schnell, dass wir Hilfe brauchen werden. Eine „Telefonkette“ wie wir sie bei Sturm- oder Gewitterwarnung tatsächlich noch machen, wird uns in diesem Falle auch nicht weiterhelfen.

Deswegen hatten wir vorsichtig mal bei der Presse angefragt, ob nicht jemand mal vorbeischauen möchte. Von vergangenen Aktionen hatten wir noch einen Presseverteiler und weitere Eltern haben Kontakte zur Verfügung gestellt. Am Samstag Abend ging eine E-Mail an diesen Verteiler aber bis Sonntag Nachmittag gab es nur Antwort von einer Zeitung. Besser als nichts dachten wir und waren dann sehr erstaunt am Montag morgen was dann doch alles aufgefahren wurde.

Was als kleines 30 Minuten Event geplant war, dauerte für einige dann 3 Stunden. Die Arbeiten die eigentlich stattdessen geplant waren, das komplette Aus- und Umräumen des Notbehelfbauwagen konnten wir nicht in Angriff nehmen. Die Brombeerkinder nahmen es wie immer gelassen und blieben die ganze Zeit im Wald.

Die Presse selbst und alle Besucher bekamen so hautnah mit, wie kalt und zugig es da zugehen kann. Die Eltern waren durchgefroren. Die Besucher und auch einige Pressevertreter. Und unsere Kids waren da aber schon zwei Stunden länger da.

Zufällig (oder auch nicht) kam der WDR just in dem Moment, als die Brandermittler ihre Arbeit aufnahmen. Auch die Ermittler stellen uns einige Fragen. Sie waren sehr nett und zuvorkommend zu uns. Beantworteten am Schluss geduldig unsere eigenen Fragen. Schon hier wurde uns deutlich mitgeteilt, dass die Ursache für das Feuer nur Brandstiftung gewesen sein kann. Dies hat uns natürlich erschüttert, auch wenn wir es selbst schon irgendwie ahnten.

Wir wissen was während des Kindergartenbetriebs, am Bauwagengelände und in den Bauwagen selbst stattfindet. Von selbst kann sich hier nichts entzünden. Das Rauchverbot wird von uns strikt am Gelände eingehalten. Keiner will, dass seine eigenen Kinder mit weggeworfenen Zigaretten spielt.

Dennoch war es ein Schock, dass es jemand gibt der uns absichtlich in diese Lage gebracht hat. Was ist bei diesem Menschen falsch gelaufen? Ich hab da mehr Mitleid, als dass ich sauer bin.

Das Gelände wurde danach direkt freigegeben. Die Stadt Rheinbach hatte alles schon vorsorglich abgesperrt, damit keine Kinder oder Passanten reinlaufen.

Auch das Jugendamt war mit ihrer Hilfe schnell zu Stelle. Denn wir hatten uns das zwar schön überlegt mit dem enger zusammenrücken. Aber bei Behörden hört man ja dann schon mal gerne : „Moment mal… so einfach geht das ja nicht!“ Gott sei Dank, war es in unserem Fall aber so einfach und das Landesjugendamt hatte die Freigabe für unseren Provisorischen Notbehelfslösung  nachmittags direkt schriftlich mitgegeben. Klar ist es aber auch hier, dass es kein Dauerzustand werden darf. Aber das Jugendamt weiß, dass dies auch von uns nicht so geplant ist.

Alles in allem, viel Unterstützung am Tag. Viele rührende Angebote und haufenweise Spenden. Das umräumen kam dann am Nachmittag, da waren es aber nicht mehr so viele Brombeeren. Der Härtetest sollte heute stattfinden. Bleibt dran, denn von dieser Erfahrung berichten wir auch noch.

Vielen Dank für die vielen Spenden, E-Mails, Messages. Liken, teilen, Anrufe. Alles eben! Ihr seid die Besten und wir vertrauen darauf, das noch ein paar dazu kommen. Dann packen wir das.

David Chakrabarty

Im folgenden ein paar Eindrücke vom „Pressevormittag“

Wir wollen Danke sagen! Heute dem Georgsring, den Neuen Pfaden und dem Kinderheim Dr. DAWO

Aktuell passiert so viel. Ich werde nun täglich ein paar Aktionen über geleistete Unterstützung hier veröffentlichen. Einfach auch, um in dieses positive Denken rein zukommen. Der Berg der vor uns liegt, die Arbeit die noch zu verrichten ist bleibt weiterhin gewaltig. Aber ich habe das Gefühl viele Helfer sind gerade dabei für uns eine „Seilbahn“ zu errichten, damit wir schneller hochkommen.

Ein wichtiger Eckpfeiler unserer Arbeit beim Waldkindergarten, Unterstützer schon seit Jahren sind der Georgsring, die „Neuen Pfade“ und unsere geschätzten Nachbarn das Kinderheim Dr. Dawo.

Der Georgsring und die Neuen Pfade unterstützen uns seit Jahren mit einen günstigen Büroraum. Denn auch ein Waldkindergarten muss Dienstpläne schreiben, Stammdaten pflegen, Dinge ausdrucken und jede Menge Ordner verwahren. Hierfür braucht unsere Einrichtungsleitung einen normalen Arbeitsplatz, klassisch mit PC, Drucker/Kopierer, Telefon und Internet. Alles Dinge die es im Wald nicht gibt.

Die Neuen Pfade waren sich in der Vergangenheit auch nie zu schade unsere Bauwagen neu zu streichen oder das Gelände mit in Schuss zu halten. Alles was wir Eltern nicht leisten konnten, oder auch die Expertise einfach nicht hatten, haben sie für uns wo es ging übernommen. Der Georgsring hilft uns auch jetzt Tatkräftig das abgebrannte Gelände zusammen mit uns wieder bewohnbar zu machen.

Unsere Nachbarn vom Kinderheim Dr. Dawo beherbergen uns auch schon seit mehreren Jahren. Sie haben uns sehr unkompliziert einen Notfallraum zur Verfügung gestellt, den wir im Grunde jederzeit spontan aufsuchen können. Ein absoluter Glücksfall, weil wir dafür nun keine festen eigenen Räume anmieten mussten.

Ab einer gewissen Sturmstärke oder bei Gewitterwarnungen dürfen wir uns weder im Wald noch in den Bauwagen aufhalten. So lauten diverse Vorschriften. Bei vielen Waldkindergarten fällt dann der Tag für die Kinder aus, da ein Sturmraum nicht vorhanden ist. Wir können dank des Dr. Dawo Kinderheimes die Betreuung der Kinder weiter gewährleisten und die Eltern die arbeiten gehen dadurch entlasten. Auch spontane Wetteränderungen führen nicht dazu, dass wir den Betrieb mitten am Tag einstellen müssen.

Diese Flexibilität die das Dr. Dawo Kinderheim uns hier zugesteht sind ein wahres Geschenk und macht unseren Waldkindergarten hier in Rheinbach auch so einzigartig.

Alle drei, der Georgsring, die Neuen Pfade und das Dr. Dawo Kinderheim, waren natürlich auch nun direkt nach der Brandstiftung im Waldkindergarten zur Stelle und haben ihre Hilfsleistungen noch mal erhört. Dafür wollten wir einfach mal D A N K E sagen!

Pressemitteilung: „Es ist wie ein Neuanfang“

Die Kinder, Eltern und Erzieherinnen der Brombeerwichtel aus dem Elterninitiative Waldkindergarten e.V. stellen nach dem verheerenden Brand der Gruppenbauwagen ein Stück Normalität her

Rheinbach. Noch bietet sich dem Betrachter ein trauriges Bild. Am Montag nahm die Elterninitiative Waldkindergarten  e.V. nach dem Verlust von zwei Gruppenbauwagen der Brombeerwichtel durch den verheerenden Brand am Freitagabend, bei dem es sich laut Polizeiangaben um Brandstiftung handelte, den Betrieb wieder auf. Auf dem Kindergartengelände am Rande des Rheinbacher Stadtwaldes schaute die sonst so fröhliche Kinderschar fassungslos auf die Reste Ihrer beiden Bauwagen. „Wir haben die Kinder durch Gespräche behutsam auf den Anblick vorbereitet und möchten nun gemeinsam mit Ihnen einen kleinen Bauwagen, in dem sonst Utensilien zum Werken, Basteln und Gestalten lagern, als provisorische Unterkunft herrichten,“ erklärt die Kindergartenleitung Iris Zeiger. „So geben wir den Kindern das Gefühl, selbst aktiv etwas zur Verbesserung der Situation beizutragen und mit einem Stück Normalität das Geschehene zu verarbeiten.“

Mehr als eine Übergangslösung kann der Einzug in den noch vorhandenen Bauwagen aber nicht sein. „Die Kinder benötigen für die kalten Jahreszeit einen Ruckzugsort für Sturm, Dauerregen und eisige Kälte, in dem Sie sich aufwärmen und gemeinsam basteln, werken und musizieren können,“ so Zeiger. „Der provisorisch eingerichtete Bauwagen bietet hierfür weder den Platz noch die nötige Ausstattung.“

„Dem Rheinbacher Waldkindergarten stehen als Elterninitiative nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung. Wir sind, wenn wir den Betrieb im Winter aufrechterhalten möchten, auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen“ beschreibt David Chakrabarty, 1. Vorsitzender des Kindergartens, die Situation. „Wir sind eine starke Elterngemeinschaft und Eltern und Erzieherinnen versuchen ihr Möglichstes die Situation für die Kinder zu verbessern, aber auch wir stoßen an unsere Grenzen, so Chakrabarty. „Es ist wie ein Neuanfang, für den wir jede Unterstützung dankend annehmen.“

Wer den Waldkindergarten Rheinbach unterstützen möchte, der kann dies tun mit einer Spende auf folgendes Konto:

IBAN: DE 68 3706 9627 0071  8990 20, BIC: GENODED1RBC,

Empfänger: Elterninitiative Waldkinderkarten e.V. Rheinbach
Verwendungszweck: Neue Heimat für die Brombeeren

Bildunterschrift:

Durch die Mitarbeiter der Brandermittlung wurde laut Polizeiangaben eindeutig Brandstiftung als Ursache der Tragödie ermittelt.

Text: Claudia Häfner
Foto: Anita Chakrabarty